Operative Therapie des Lipödems

Ziel der operativen Therapie ist die Beseitigung bzw. Verminderung des krankhaft vermehrten Fettes. Bis Anfang der 1990er Jahre führte man die Fettabsaugung noch mittels großer und scharfer Kanülen in Vollnarkose ohne vorherige Auffüllung des Unterhautgewebes mit Flüssigkeit („dry technique“) durch. Bei diesem Vorgehen gab es nicht nur häufig schlechte kosmetische Ergebnisse, sondern teilweise auch gefährliche Blutungen sowie Lymphgefäßverletzungen.

Aufgrund neuer Entwicklungen der letzten 20 Jahre bei der Liposuktion kann man heute das vermehrte Fettgewebe jedoch sehr sicher und mit sehr gutem Erfolg absaugen. Der Einsatz örtlicher Betäubungsverfahren in Form der Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA „wet technique“) und die Anwendung vibrierender Mikrokanülen hat die Liposuktion beim Lipödem ausgesprochen gewebeschonend gemacht; auch sind die kosmetischen Ergebnisse sehr gut. Daher hat sich die Liposuktion zu einem Standardverfahren entwickelt, welches nicht mehr nur aus kosmetischen, sondern auch aus medizinischen Gründen eingesetzt wird.

Pro Eingriff entfernt Professor Gjurić nicht mehr als etwa 3 Liter reines Fett; bei vielen Betroffenen sind daher mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen notwendig. Da postoperativ immer kurzfristig eine vermehrte Schwellneigung auftritt, sollte die physikalische Therapie mittels Lymphdrainage bereits wenige Tage nach dem Eingriff wieder begonnen bzw. Weitergeführt werden. Postoperativ ist für 4 Wochen ein spezielles Kompressionsmieder zu tragen.

Lipödem

Was erreicht die operative Behandlung bei Lipödem?

Wie Erfahrungen spezialisierter Zentren zeigen, lässt sich operativ nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern vor allem auch das Beschwerdebild deutlich verbessern. So werden nicht nur harmonische Körperproportionen hergestellt, sonder es werden auch die Ödeme und die Schmerzempfindlichkeit des Gewebes beseitigt oder deutlich reduziert. Das früher beschriebene Risiko der Lymphgefäßschädigung durch die Liposuktion mit nachfolgendem Auftreten eines sekundären Lymphödems ließ sich bei Einsatz der neuen Methoden bisher weder experimentell noch klinisch beobachten. Anatomische und mikroskopische Untersuchungen nach Absaugung der Beine in Längsrichtung konnten keine Schäden der Lymphgefäße nachweisen. Langjährige Nachkontrollen unterschiedlicher Zentren ergaben bei allen abgesaugten Patientinnen eine deutliche Besserung von Befund und Beschwerden mit Verminderung der Ödembildung.

Aufgrund dieser Ergebnisse ist es verständlich, dass die aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie zum Lipödem die Kombinationsbehandlung des Lipödems empfehlen. Nur durch Lymphdrainage, Kompression und Absaugung gemeinsam können die wesentlichen Aspekte des Krankheitsbildes, nämlich Ödem und Fett, wirksam angegangen werden. Es muss klar gesagt werden, dass weder die konservative noch die operative Therapie alleine ausreichend wirksam sind; entscheidend ist die Kombination. Meist muss zwar nach der Absaugung die Basisbehandlung in Form der Entstauungstherapie weitergeführt werden – allerdings in deutlich verringerter Frequenz und Stärke. In manchen Fällen können die Patientinnen ganz auf einen Kompressionsstrumpf verzichten, oft kann eine Strumpf einer niedrigeren Kompressionsklasse getragen werden.

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